Neuer Look des kleinen Franzosen
Renault Clio Full Hybrid E-Tech 160
Seit 35 Jahren rollt der Renault Clio schon über die Straßen, nun haben die Franzosen den Bestseller neu aufgelegt. In der sechsten Generation präsentiert sich die Kleinwagen-Ikone frischer, dynamischer und so erwachsen wie noch nie. Schon auf den ersten Blick fällt das neue, vom Conceptcar "Emblème" inspirierte Design auf: Die Motorhaube ist länger und leicht abfallend, die Dachlinie erinnert an ein Coupé. Die neue Lichtsignatur vorne orientiert sich ebenso wie der Kühlergrill und die Stoßfänger am Renault-Logo. In ein schwarzes Gehäuse eingefasst sitzen nun die Projektionsscheinwerfer über den Tagfahrleuchten. Dies gibt der Front einen schärferen und sportiveren Look.

Am Heck sitzen vier Rückleuchten mit Sportwagen-Flair. Die Abmessungen wachsen leicht in allen Dimensionen: plus 67 Millimeter auf 4,12 Meter in der Länge, plus 39 Millimeter auf 1,77 Meter in der Breite und in der Höhe um plus 11 mm auf 1,45 Meter. Unverändert hingegen bleibt das Kofferraumvolumen mit rund 391 Litern. Erfreulich: Die Ladekante wurde um 40 mm gesenkt. Dank der gewachsenen Abmessungen gibt es auch auf der Rückbank mehr Platz. Der Kofferraum zeigt auf dem Papier zwar nur überschaubare 309 bis 1.094 Liter, die lassen sich aber dank durchdachtem Ausbau gut nutzen.

Topversion ist der E-Tech Full Hybrid 160 mit 158 PS. Er kombiniert einen 1,8-Liter-Vierzylinder mit E-Motor und Startergenerator den wir testeten. Der aus Captur und Dacia Bigster bekannte Mildhybrid treibt den Clio flott an, sportliches Flair kommt trotzdem kaum auf, das Getriebe schaltet spürbar langsam. Dafür liefert der auf ungewöhnliche 1,8 Liter vergrößerte Verbrennungsmotor mit 172 Nm mehr Durchzug, und der größere Akku (1,4 kWh) ermöglicht längere elektrische Phasen. Innerorts fährt der Clio meist strombetrieben, schaltet den Motor nur kurz zu um nachzuladen. Da arbeitet das Hybrid-System durchaus harmonisch im Wechsel.
Das Fahrwerk ist eher straff abgestimmt, die Lenkung nun direkter ausgelegt und die Spur ist breiter. Dadurch wirkt der Clio insgesamt handlicher und stabiler, auch bei höherem Tempo. Das knackige Fahrwerk bietet dabei aber auch ausreichenden Komfort. Der kombinierte Verbrauch bewegte sich bei unseren Testfahrten zwischen 3,8 und 4,6 Liter. Sobald der Kleine rollt, schiebt oder bremst, wechselt das System in den EV-Mode, auch bei 120 km/h. In der Stadt lässt es sich tatsächlich zumeist gleiten.
Das extravagante Styling zieht sich auch im Innenraum weiter. Und das wirkt manchmal unruhig und eng im Cockpit. Zwei 10 Zoll-Bildschirme für die diversen Anzeigen fügen sich nun flach ins Sichtfeld ein. Die Sicht auf die Straße wird nicht wie früher durch hoch aufragende Screens beschränkt. Allerdings ist die Sicht nach hinten durch das spitze Heck Coupé-typisch etwas eingeschränkt. Einen Ausgleich bietet da aber das Kamerasystem.
Insgesamt machen auch die Fahrassistenten einen guten Job. Zumindest auf der Autobahn und im Stau. Hier agieren Tempomat, Lenkhilfe und Spurhalteassistent auf einem hohen Niveau. Einen guten Job macht auch das Infotainment-System. Auf Basis von Google Automotive agiert es übersichtlich, schnell und vertraut.
Gerade bei Kleinwagen verlieren Benziner immer mehr an Boden gegenüber den Stromern. Sie sind zumeist kräftiger, flinker und günstiger im Unterhalt. Doch der neue Renault Clio kann da mithalten. Die Schwächen, die die wirklich kleinen E-Autos derzeit mit eher geringen Ladegeschwindigkeiten und Reichweiten mitbringen, bügelt der Hybrid-Franzose gekonnt aus.
Daten: Renault Clio Full Hybrid E-Tech 160 Techno
Motoren: Vierzylinder-Benziner Turbo 1.789 ccm, 109 PS (80 kW) +
48-V-Startergenerator 49 PS (36 kW), Systemleistung 158 PS (116 kW),
max. Systemdrehmoment 270 Nm
Batterie: Lithium-Ionen / 1,4 kWh
CO2: WLTP 92 g/km
Kraftübertragung: 6-Gang- Multimode-Hybridgetriebe, Frontantrieb
Spitze: 180 km/h
Testverbrauch: 3,8 – 4,6 l Benzin ROZ 95/100 km
Kofferraum: 309–1.094 Liter
Sitzplätze: 5
Preis: ab 24.490,- €; Preis des Testwagens 26.490,- € (inkl. aller Abgaben)