Kleiner Luxus für Kurz- und Mittelstrecke

05.08.2026

Nio firefly select marbel

Mit dem firefly – zu Deutsch "Glühwürmchen" – startet der chinesische Hersteller Nio eine Charmoffensive im Marktsegment der kleinen Stromer. Die Marke ist dabei das Modell bei dem Premiumhersteller. Das funktioniert ähnlich wie bei Mini und BMW oder Smart und Mercedes. Er ist sofort optisch erkennbar und bietet viele Vorzüge von weit größeren Elektroautos. Nio ist eine technisch anspruchsvolle Autofirma die preislich im Premiumsegment angesiedelt ist und 2018 in Shanghai in die Großserienproduktion von SUVs und Limousinen eingestiegen ist.


Die Front des firefly ist witzig gestaltet, die sechs kleinen Rundscheinwerfer sind ein klares, optisches Erkennungsmerkmal, das sich auch im Hecklicht-Design fortsetzt. Hinter dem firefly-Projekt stand übrigens maßgeblich das Team des Nio-Europa-Designzentrums in München. Sie entwarfen ein flottes Elektroauto für den urbanen Raum das in der Größe und der Silhouette Anleihen beim VW Golf 1 nahm.


Treibende Kraft ist beim firefly ein 143 PS starker E-Motor, der den 1,5-Tonner mit 200 Nm viel Spritzigkeit verleiht. Ampelstarts, oder Zwischenspurts zum Spurwechsel innerhalb der Citylimits ist der firefly ein Champion. 150 km/h Spitze wären möglich und mit einem klassenüblich kleinen 41 kW-Akku liegt die Reichweite bei 330 Kilometern (laut WLTP) Sportliche Ziele verfolgt der firefly aber nicht wirklich, Fahrwerk und Lenkung sind gemütlich abgestimmt. In der Stadt schafften wir einen Verbrauch von rund 13,5 kWh auf 100 Kilometer. Bei flotten Autobahnfahrten kann der auch schon über 16 kWh liegen, was die Reichweite auf 200 Kilometer schrumpfen lässt. DC-Schnellladen schafft er mit bis zu 100 kW.


Nicht nur der Fahrspaß ist riesig bei diesem Kleinwagen. Auch innen beweist er eine überraschende Größe. Auf den beiden optisch durch eine variable Mittelkonsole zum Sofa verschmolzenen Vordersitzen kann man sich bequem niederlassen. Das Ambiente ist nüchtern, aber nicht nackt, schlicht, aber nicht spartanisch ist. Um den Premiumanspruch des Kleinen zu unterstreichen bauen die Chinesen auch in dieser Klasse klimatisierte Sitze oder eine elektrische Heckklappe ein. Dazu noch alles, was man für fünf Sterne im Euro-NCAP und das aus Brüssel initiierte Dauer-Gebimmel übervorsichtiger Assistenten braucht.


Der Kofferraum ist mit 404 Litern größer als bei manchem Kompakten und lässt sich auf 1.253 Liter erweitern. Dazu steht auch noch ein Frunk mit 92 Litern zur Verfügung. Weiters können auch noch Fächer unter den klappbaren Sitzflächen der Vordersitze genutzt werden.

Der firefly sieht schick aus und ist smart gemacht, ist außen ein Zwerg und innen ein Riese, und vor allem macht er in der City richtig Spaß. Mit seinem klaren Komfortbekenntnis und technischem Premiumansatz schafft er sich durchaus ein Alleinstellungsmerkmal unter den kleinen Stromern. Durch den großzügigen, wohnlich eingerichteten Innenraum ist er ein gelungener kleiner Luxus für Kurz- und Mittelstrecken-Fahrten. Allerdings ist er auch kein Schnäppchen. In der Preisliste startet er bei knapp 30.000,- €.


Technische Daten: Nio firefly select marble

Motor: Permanentmagnet-Elektromotor 105 kW / 143 PS, 200 Nm max. Drehmoment

Batterie: LFP41,2 kWh

Ladedauer: Wallbox 11 kW (20-80%) 4:30 h

DC-Schnellladung maximal 100 kW (10-80%) 29 Min.

Vehicle -to-Load-Funktion (V2L)

CO2: 0 g/km

Antrieb: Hinterradantrieb, 1-Gang-Automatikgetriebe

Spitze: 150 km/h

Testverbrauch: 13,5 – 16,5 kW/h/100 km

Reichweite: 330 km (WLTP), Testbetrieb 280 km

Kofferraum: 404 – 1.253 Liter

+ Frunk 92 Liter

Preis: ab 29.990,- €, Preis des Testwagens 30.640,- € (0% NOVA)


Share