Ein edler, kompakter Stromer

30.07.2026

Kia EV4 Hatchback

Nach dem kompakten EV3 stellt Kia mit dem EV4 noch einen weiteren Stromer in der Kompaktklasse auf die Räder. Doch der EV4 ist nicht einfach eine Variante des EV3. Worin lieben die Unterschiede? Wo der EV3 optisch eher in die Richtung eines kleinen SUV geht, zielt der EV4 auf die klassische Kompaktklasse mit niedrigerer Karosserie und entsprechender Sitzhöhe: Im EV4 sitzt man vier Zentimeter tiefer und damit sportlicher. Den etwas bequemeren Einstieg mag der EV3 haben, doch der EV4 ist das familientauglichere Auto, ein größerer Radstand schafft mehr Platz für die hinten Sitzenden.


Die Linienführung ist Kia-üblich. Wie auch schon beim EV3 und EV9 bekommen die Scheinwerfer und Rückleuchten das bekannte "Star Map"-Signet, das – einem Sternenbild nachempfunden – einzelne Leuchtelemente mit dünnen Linien verbindet. Anders als bei den beiden SUV´s EV3 und EV9 ist die Front des EV4 sehr tief nach unten gezogen, erinnert fast an einen Formel-1-Boliden und sorgt damit für eine sehrt gute Aerodynamik.


Unterm Blech des EV4 steckt aber im Prinzip die Technik des EV3. Heißt konkret: Auch der EV4 nutzt die 400-Volt-Version der Elektroplattform E-GMP und verzichtet damit auf das 800-V-System seines großen Bruders EV6. Dazu gibt es den 150 kW/204 PS starken E-Motor an der Vorderachse und zwei Batteriegrößen mit 58,3 und 81,4 kWh stehen zur Wahl. Wir fuhren die "Long Range" Version, für die Kia eine (WLTP) Reichweite von bis zu 625 Kilometer angibt. Wir erreichten immerhin rund 500 Kilometer. Der Verbrauch pendelte zwischen 14,5 und 17,1 kW auf 100 Kilometer. Beides durchaus ordentliche Werte.


Die Ladegeschwindigkeiten an der Stromsäule sind durchschnittlich. An der DC-Schnellladesäule lässt sich laut Hersteller mit bis zu 128 kW laden. Zum Vergleich: Der VW ID.3 kann bis zu 185 kW ziehen. Wir schafften allerdings nur knapp über 100 kW. Über eine Smartphone-App lässt sich eine Routenplanung vornehmen und auch gleich Ladestopps mit einplanen und das Ganze dann direkt ins Auto schicken. Die App dient auch als "digitaler Schlüssel", über die man das Auto aufsperren und starten kann.


Dank des tiefen Schwerpunkts lässt er sich durchaus agil durch Kurven bewegen. Getrübt wird dieses souveräne Fahrgefühl nur durch die Assistenzsysteme, die im Alltag schlichtweg zu hyperaktiv reagieren. Etwas mehr Zurückhaltung seitens der Software wäre im normalen Verkehrsfluss wünschenswert.


Die Innenraumgestaltung unterscheidet sich nicht wesentlich von anderen Kia-Modellen und ist quasi ident mit der des EV3. Das große Touchdisplay in der Mitte des Armaturenbretts schließt sich nahtlos an das Fahrerdisplay an. Es gibt separate Tasten für die Klimabedienung und die Lautstärkereglung. Die Armlehne ist herausziehbar und bildet so eine praktische Unterlage für Tätigkeiten während einer Ladepause.


Die fette C-Säule verhindert eine gute visuelle Sicht nach hinten – die Heckkamera springt da zuverlässig ein. Der Kia EV4 überzeugt mit einer gelungenen Balance aus Effizienz, Komfort und Alltagstauglichkeit. Die 400-Volt-Technik erlaubt durchschnittliche, aber durchaus praxistaugliche Ladezeiten, der Antrieb liefert mit 204 PS mehr als genug Leistung für den Alltag. Ein echter Preiskracher ist der Koreaner allerdings leider nicht mehr.



Technische Daten: Kia EV4 Hatchback GT-Line Long Range

Motor: Permanent-Magnet-Synchronmotor, 150 kW / 204 PS, 283 Nm max. Drehmoment

Batterie: 81,4 kWh

Reichweite: 625 km (WLTP), Testreichweite 500 km

Laden: AC-Ladeleistung 11 kW

max. DC-Ladeleistung 128 kW

DC-Ladedauer (10-80%) ca.:30 h

CO2: 0 g/km

Antrieb: Vorderradantrieb, 1-Gang-Dirketgetriebe

Spitze: 170 km/h

Testverbrauch: 14,5 – 17,1 kWh/100 km

Kofferraum: 435 – 1.391 Liter + 25 l Frunk

Sitzplätze: 5

Preis: ab 43.240,- €; Testwagen 49.440,- € (jeweils 0% NOVA)


Share