Elektrogeschoss

30.03.2026

Smart #5 Brabus

Der erste Smart war 2,50 Meter kurz, wog 720 Kilogramm und hatte 45 PS. Seit die Marke ein Joint-Venture von Mercedes und dem chinesischen Geely-Konzern ist, müssen wir umdenken. Nach #1 und #3 gibt es nun mit dem #5 das dritte vollelektrische Modell im aktuellen Programm. Ein ausgewachsenes Elektro-SUV das 4,70 Meter lang, 1,92 breit und 1,71 hoch ist und live sogar noch eine Nummer größer wirkt. Und als von uns getestete Top-Version Brabus 2,4 Tonnen wiegt aber gewaltige 646 PS sowie 710 Newtonmeter Drehmoment auf die Straße bringt. Der größte und stärkste Smart aller Zeiten.


Zu den imposanten Zahlen kommt ein auffallendes Design: Massig, aufrecht, kastenförmig, mit kurzen Überhängen und rahmenlosen Fenstern. Beim Topmodell Brabus kommen noch allerlei rote Streifen und Logos, 21-Zoll-Räder und rote Bremssättel dazu. Angetrieben wird der #5 Brabus von zwei E-Motoren – vorn einem Asynchronmotor (ASM), hinten einem Permanentmagnet-Synchronmotor (PSM) die alle vier Räder antreiben.


Und die Zahlen der Motoren sind keine leeren Versprechen. Der Brabus schießt in sagenhaften 3,8 Sekunden von null auf hundert. Schon das ist irre, erst recht für ein kastenförmiges SUV. Noch beeindruckender sind aber die 10,8 Sekunden, in denen der Smart auf Tempo 200 stürmt. Erst bei 210 km/h wird abgeriegelt. Supersportwagenmäßig. Unsere dringende Empfehlung: Beim durchdrücken des Strompedals bitte mit beiden Händen das Lenkrad fest im Griff haben!


Nichts zu kritisieren gibt es am Fahrwerk. Das bietet einen erstaunlich guten Federungskomfort, die Reifen rollen geschmeidig ab und auch die Geräuschdämmung ist prima, unter anderem dank der doppelt verglasten Fensterscheiben. Im Kurvengrenzbereich mag der Lenker des #5 kaum glauben wie stabil und sicher das Smart-Dickschiff auf der Straße klebt. Das E-System lässt sich gut dosieren, die Rekuperation ist in drei Stufen, allerdings nur im Menü, verstellbar, dazu gibt es einen One-Pedal-Modus bis zum Stillstand.


Die Batterie im #5 Brabus ist 100 kWh groß, arbeitet mit 800 Volt, eine Wärmepumpe ist serienmäßig. Die maximale Ladeleistung wird mit enormen 400 kW angegeben. Soviel Strom gibt im Moment kaum eine Ladesäule her. Im besten Fall lädt der #5 damit in 18 Minuten von 10 auf 80 Prozent. Wir schafften immerhin knapp über 200 kW in der Spitze. Laut Werksangabe soll der Brabus mit einer Ladung bis zu 540 Kilometer weit kommen. Wir schafften mit einem Verbrauch der zwischen 24,2 und 30,5 kWh pendelte rund 340 Kilometer bei winterlichen Temperaturen.


Platz ist großzügig vorhanden sowohl vorne als auch hinten. Auch die Beinfreiheit ist außerordentlich gut für ein SUV von dieser Länge. Elektrisch per Knopfdruck lässt sich das bis hinten reichende Panoramadach abdunkeln, öffnen lässt sich das Glasdach leider nicht. Der Kofferraum bietet mindestens 630 Litern an Volumen, unter der vorderen Haube lassen sich noch einmal 47 Liter im Frunk unterbringen.


Auch der Stil der Inneneinrichtung ist smart-like eigenständig und originell, fröhlich und entspannt. Der 10,25-Zoll-Fahrer-Bildschirm lässt sich ein wenig konfigurieren, die zwei 13-Zoll-OLED-Displays in der Mitte und für den Beifahrer bieten eine farbenfrohe Grafik, Multimedia ist aber auch komplett verschachtelt, mit unlogisch sortierten Menüs.



Technische Daten: Smart #5 Brabus

Motor: vorne Asynchronmotor, hinten Permanentmagnet-Synchronmotor

Systemleistung646 PS/475 kW sowie 710 Nm max. Drehmoment

Antrieb: Einganggetriebe, Allrad

Spitze: 210 km/h

0 – 100 km/h: 3,8 Sekunden

Batteriekapazität: 100 kWh

Max. Ladeleistung: AC 22 kWh

DC 400 kWh

Reichweite (nach WLTP): 540 km

Verbrauch: 24,2 – 30,5 kWh/100 km

Kofferraum: 630 – 1.530 l + 47 l Frunk

Preis: ab 59.600,- €


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