Ein kleiner Stromer von stattlicher Größe

08.01.2026

BYD Dolphin Surf

Noch sind Stromer-Angebote für unter 20.000,- € äußerst rar gesät in Österreich. Neben den Dacia Spring, den Citroen eC3, dem Hyundai Inster und den Leapmotor T03 bietet nun auch BYD mit dem Dolphin Surf ein Fahrzeug für unter 20.000,- Euro an. Exakt 18.980,- € verlangen die Chinesen für den Einstiegs Dolphin Surf. Dafür werden 88 PS und eine 30 kWh Batterie geboten.


Wir fuhren den Surf in der höheren Comfort-Ausstattung mit 156 PS und einen 43 kWh Akku – ein ordentliches Plus gegenüber dem Basismodell, das sich auch im Preis von 24.480,- € niederschlägt. Der Energiespeicher nennt sich markentypisch Blade Battery, worunter ein Lithium-Eisenphosphat-Akku zu verstehen ist, der ohne Kobalt auskommt. Damit fährt sich der Dolphin Surf so flott, wie man es erwartet: Von der Ampel weg ist man meist der Erste, windet sich geschwind durch den Verkehr und macht dank 9,1 Meter Wendekreis U-Turns, wo andere zurücksetzen müssen.


Während sich der kleine BYD in der Stadt gemäß Anzeige teilweise mit unter 10 Kilowattstunden Strom begnügt, steigen Verbrauch und Geräuschniveau auf der Autobahn ein ganzes Stück an – aber das ist in dieser Klasse erwartbar. Ein Billigprodukt ist der Dolphin Surfvon der Substanz hernicht, wenn man die Antriebstechnologie und seine Ausstattungsdetails mit den Elektro-Kleinwagen der Konkurrenz vergleicht. Geladen wird mit bis zu 85 kW an DC-Schnellladern. Damit kann er in 30 Minuten von 10 % auf 80 % gefüllt werden.


So fällt schon die Serienausstattung der Basislinie "Active" mit Features wie adaptivem Tempomat, veganen Ledersitzen, Mittelarmlehne vorn und Navigationssystem äußerst reichhaltig aus. Wer allerdings Sitzheizung vorn haben möchte, muss aber zur höchsten Ausstattungslinie greifen. Er punktet auch mit seinem Platzangebot sowie einer Verarbeitungsqualität, die unter den elektrischen Kleinwagen ihresgleichen suchen. Auch eine Sprachsteuerung, eine Vehicle-to-Load-Funktion, eine Rückfahrkamera sowie die kabellose Anbindung des Smartphones per Android Auto oder CarPlay ist vorhanden.


Gut gelungen für ein Fahrzeug seiner Klasse ist der gebotene Federungskomfort. Die eher weich gewählte Abstimmung in Kombination mit den kleineren Rädern und dem hohen Reifenquerschnitt (55er) sorgt dafür, dass die meisten Fahrbahnunebenheiten ordentlich gedämpft an die Insassen weitergegeben werden. Der Dolphin Surf funktioniert da ziemlich gut, wo er soll: im Stadtverkehr. Allerdings muss man sich etwas auf die ungewöhnliche Bedienung einlassen.


Einen Frunk unter der Motorhaube gibt es leider ebenso nicht wie eine One-Pedal-Driving Funktion. Dafür ist das Raumgefühl enorm. Sind die Vordersitze auch auf Personen mit 1,85 Meter Körpergröße durchaus eingestellt, können auf der Rückbank Mitfahrer mit bis zu 1,90 Meter Platz nehmen. Für einen nur vier Meter langen Kleinwagen ist das bemerkenswert – so mancher Kompaktwagen bietet in der zweiten Reihe weniger Raum.


Der mittige Multimedia-Touchscreen ist, wie bei BYD üblich, sowohl im Hoch- als auch im Querformat nutzbar, über den viele Funktionen und Apps bis hin zu einer Karaoke-Funktion zu steuern sind. Unter dem Bildschirm gibt es eine Leiste mit analogen Schaltern – leider unbeleuchtet und daher in der Nacht praktisch nicht sichtbar – sowie einen Drehknopf für die Wahl der Fahrstufen. Hinter dem Lenkrad versteckt sich ein kleines, digitales Fahrerdisplay, leider auch wie bei BYD üblich mit kleiner Schrift. Fazit: Der Dolphin Surf funktioniert da ziemlich gut, wo er soll: im Stadtverkehr.



Technische Daten: BYD Dolphin Surf Comfort

Motor: Permanent-Elektromotor 115 kW / 156 PS, 220 Nm max. Drehmoment

Batterie: Blade Battery 43 kWh

Reichweite: 310 km (WLTP), Testreichweite 250 km

Laden: AC-Ladeleistung 11 kW

max. DC-Ladeleistung 85 kW

DC-Ladedauer (10-80%) 0:30 h

CO2: 0 g/km

Antrieb: Vorderradantrieb, Einganggetriebe

Spitze: 150 km/h

Testverbrauch: 13,3 - 19,6 kWh/100 km

Kofferraum: 308 – 1.037 Liter

Sitzplätze: 5

Preis: 24.480,- € ( 0% NOVA) (mit abgezogener Förderung)