Unterwegs mit dem Strom Smart

Mutig! Ab 2020 will Smart nur noch Elektro-Autos verkaufen. Seit 2016 bündeltMercedes seine Elektro-Aktivitäten unter der neuen Submarke EQ. Auch Smart ist inzwischen auf die neue Marketing-Strategie aufgesprungen und hat den Electric Drive in Smart EQ umbenannt.

Schließlich hat die Daimler-Tochter mit ihrem kleinen Stromer Großes vor: Er soll die Marke in die Zukunft führen. Ab 2020 will Smart mit der kommenden Fortwo-Generation auf Verbrenner komplett verzichten, in den USA ist der Benziner sogar jetzt schon nicht mehr erhältlich.

Ein Elektroauto vor allem für Pendler geeignet, die einen festen Stellplatz mit Ladesäule haben. Wer dagegen jeden Abend nach einer Steckdose suchen muss, verliert schnell die Lust am Laden. Zumal der E-Smart mitunter häufig ans Stromnetz muss: Bis zu 160 Kilometer Reichweite verspricht der Hersteller, realistisch sind eher 120 bis 130. Die Konkurrenz wartet inzwischen mit deutlich höheren Werten auf und gönnt ihren Kunden damit auch mal einen ladefreien Abend.

Die 60 kW Leistung und 160 Newtonmeter Drehmoment reichen auch für einen Kavalierstart an der Ampel. Landstraßentempo ist nach 11,5 Sekunden erreicht. Maximal läuft der E-Smart 130 Sachen, doch kann man dann der Akku-Anzeige beim Fallen zuschauen.

Was dem Smart EQ leider fehlt, ist eine Rekuperationssteuerung. Zwar erkennt er per Radar vor ihm fahrende Autos und nimmt über die Energierückgewinnung Tempo raus. Wie stark er beim Loslassen des Gaspedals verzögern soll lässt sich aber nicht richtig einstellen. Mit der Eco-Taste in der Mittelkonsole spart man mehr in der Beschleunigung, durch Rückgewinnung verzögert der Smart auch dann nicht wirklich bis zum Stillstand. Damit lässt er sich kaum mit nur einem Pedal fahren. Das ist schade, denn gerade wegen des One-Pedal-Driving machen E-Autos oft richtig Spaß.

Das Gewicht des 17,6 kWh großen Akkus und ihre Anordnung in der Bodenplatte tut der Federung gut, der EQ hoppelt nicht so stark über Unebenheiten wie seine Benzinbrüder und bietet etwas mehr Fahrkomfort. Auch das Beschleunigen erfolgt smoother als bei den Benzinern, denn der E-Smart verfügt ja nur über einen Gang.

Das Gepäckabteil schluckt 260 Liter, die nach mehr klingen als sie sind, denn es müssen ja auch noch die Ladekabel mit an Bord. In Sachen Wendigkeit kann auch dem E-Smart keiner das Wasser reichen. Es gibt wohl kaum eine Parklücke, die vor ihm sicher ist und mit 6,5 Metern Wendekreis (von Randstein zu Randstein) lässt sich auf jeder nicht zu engen Straße der Richtungswechsel in einem Zug vollziehen.

Mit dem 22-kW-Onboard-Lader lässt sich der Akku an der Schnellladesäule in 40 Minuten zu 80 Prozent aufladen. Mit dem Standard-4,6-kW-Lader dauert es gut dreieinhalb Stunden, steht nur eine Haushaltssteckdose zur Verfügung, sollte man mindestens sechs Stunden Ladezeit einkalkulieren.

Daten: Smart EQ fortwo mit 22kW-Bordlader

Motor: Drehstrom-Synchronmotor, 40 kW, 160 Nm max. Drehmoment

Batterie: Lithium-Ionen, 17,6 kWh

CO2: 0 g/km

Antrieb: 1-Stufen-Automatikgetriebe, Vorderradantrieb

Spitze: 130 km/h

Verbrauch: 20,1-18,0 kWh/100km

Preis: ab 23.070,- € inkl. Batterie, Cabrio: ab 26.380,- € (jeweils 0 % NOVA)