Unaufgeregt schnurrend mit Reichweitenplus

Renault ZOE R135

Renault hat seinen kleinen Stromer modernisiert: Motor und Batterie sind stärker, innen ist er schöner geworden. Der batterieelektrische Kleinwagen aus Frankreich gehört zu den Pionieren der E-Fahrzeuge. Mit der zweiten Auflage hat Renault den Wagen auf den neusten Stand gebracht. Äußerlich ist der französische Elektrowagen fast der Alte. Nur die zuvor harmlos rundliche Haube bekam in der Mitte ein paar kräftige Sicken, was dem Kleinwagen einen deutlich entschlosseneren Gesichtsausdruck verleiht. auch die Heckleuchten sind neu gestaltet und haben jetzt dynamische Blinker.

Am meisten ist der Fortschritt beim Akku zu spüren: Der war beim Debüt 2013 noch 22 kWh groß, ab 2016 schon 41. Jetzt passt eine Batterie hinein die gar 52 kWh aufnimmt. Das Gewicht des Akkus stieg lediglich um 20 auf 325 Kilogramm. Laut Renault sind damit bis zu 395 Kilometer drin. Möglich macht's auch die zusätzliche Fahrstufe B am neuen Wählhebel, die stärker bremst und mehr Energie in den Akku zurücklädt.

Neben dem 80-kW-Basismotor gibt's einen stärkeren Antrieb: Mit 100 kW schiebt der Renault zwei Sekunden schneller auf 100, wichtiger aber ist der satte Schub, wenn er Lastwagen überholt. Der Zoe wirkt eine Klasse moderner und hochwertiger, mit Multifunktionslenkrad, automatischer Parkbremse und modernen Assistenten. Das Fahren erledigt der Zoe wie immer: unaufgeregt schnurrend.

Der Zoe verbirgt jetzt hinter dem Marken-Rhombus an der Front neben der Chamäleon-Buchse für Wechselstromladung auch eine für CCS-Stecker zum Gleichstrom-Laden mit bis zu 50 kW. Damit soll eine leere Batterie in 70 Minuten wieder auf 80 Prozent kommen oder es lassen sich 150 Kilometer Reichweite in 30 Minuten nachladen. Wechselstrom kann der Zoe weiterhin in verschiedensten Leistungsstufen verarbeiten. 3-phasig von 11 bis 22 kW, 1-phasig von 3,7 bis 7,4 kW und an einer normalen Haushaltssteckdose 2,3 kW - dann braucht die 52-kWh-Batterie allerdings 34:30 Stunden von ganz leer bis 100 Prozent.

Der 338 Liter große Kofferraum erreicht schon die Dimensionen kleinerer Gepäckabteile der Kompaktklasse und hat nun auch einen zweiten Boden, unter dem ein Fach für das Ladekabel Platz findet. Damit liegt der Kofferraumboden praktisch auf dem Niveau der Ladekante. Inzwischen ist auch die Lehne der Rückbank erfreulicherweise im Verhältnis 1/3 zu 2/3 geteilt umklappbar.

Jüngstes Luxus-Extra im Zoe ist eine Lenkradheizung. Und das ist im deutlich modernisierten Interieur nur das Tüpfelchen auf dem i. Da strahlt ein TFT-Display als umschaltbarer Tacho, in der Mitte wächst der Monitor im Topmodell auf 9,3 Zoll. Das neue Easy-Link-System arbeitet flotter als in Clio oder Mégane.

Die Bedienung passiert nun ausschließlich per Touchscreen. Das ist allerdings nicht immer optimal: Die Bedienfelder und aktiven Flächen des Displays sind teils klein und reagieren nicht immer sofort auf Berührungen. Je nach Untergrund erfordert die Bedienung mit entsprechend unruhiger Hand oft mehr Aufmerksamkeit als es der Konzentration aufs Straßengeschehen förderlich ist. Dass herkömmliche Drehregler manchmal durchaus besser sind, zeigt die Klimaanlage unterm Touchscreen, mit den schicken, metallisch gezackten Einstellrändern.

Doch der neue Zoe wurde erwachsener und damit auch alltagstauglicher. Was viele nicht wissen: Seit 1.1.2016 gilt der Vorsteuerabzug für Firmen und Gewerbetreibende auch für elektrisch betriebene Pkw.


Daten: Renault ZOE R135
Motor: Elektro-Symchronmotor, 100 kW bei 4.200 U/min                      max. Drehmoment 245 Nm bei 1.500 U7min

CO2: 0 g/km 

Antrieb: Automatikgetriebe, Vorderradantrieb

Spitze: 140 km/h

Verbrauch: 17,8 kWh/100 km (nach NEFZ)

Reichweite (nach WLTP): 386 km

Kofferraum: 338-1225 l

Preis: ab 26.390,- € zuzügl. Batteriemiete (0 % NOVA)

           ab 34.590,- € inkl. Batterie (0 % NOVA)