Mit dem E-Kona verschwindet das Reichweitenproblem

Hyundai Kona electro

Dieses Elektroauto ist fit für den Alltag: Der Hyundai Kona electro ist ein flott gezeichneter 2+3-Sitzer in Kompakt-SUV-Optik ist. Schon bisher schaffte man mit der großen 64 kWh-Batterie Reichweiten von bis zu 450 Kilometer. Damit ist die ewige Reichweitendebatte vom Tisch. Allerdings hakte es bisher noch an relativ langen Ladevorgängen. Das Laden an einer Haushaltssteckdose (220 V) dauert etwa 31 Stunden. An einer Wallbox benötigt man mit Wechselstrom für die Vollladung ca. 9,5 Stunden.

Als Neuerung, gegenüber dem Vorgängermodell, ist nun die starke Version serienmäßig mit einem 11-kW-Onboard-Charger ausgestattet, der die Ladezeiten um bis zu 50 Prozent reduziert. Dazu kann nun auch mit Gleichstrom über den CCS-Stecker geladen werden. Die Ladung auf 80 Prozent dauert dann nur 75 Minuten bei 50 kW bzw. 54 Minuten bei 100 kW.

Sein durch den großen Akku tieferer Schwerpunkt beschert ihm eine spürbar stabilere, ruhigere Straßenlage. Auch die Lenkung reagiert stimmiger auf Richtungswechsel als der nervöse Verbrenner. Der Testverbrauch pendelte zwischen 11,5 und 14,6 km/h, je nach Fahrbedingungen. Im reinen Stadtverkehr, auch auf der 80 km/h beschränkten Tangente, ging der Verbrauch schön nach unten. Auf der Autobahn bei Tempo 130 steigt der Verbrauch natürlich an, allerdings nicht exorbitant. Das souveräne Dahingleiten ist extrem nervenschonend.

Die Rekuperations- und Bremsstärke (sogar bis zum Stillstand) kann über Schaltpaddel am Lenkrad manuell gewählt werden, oder man vertraut einfach der Automatik, die vorausschauend die notwendige Rekuperationsstärke wählt. Drei Fahrmodi sind wählbar (Eco, Komfort, Sport). Mit Eco lässt es sich gut leben. Der E-Motor-Punch ist beeindruckend genug. Sportmodus macht Spaß. Beim Stromgeben meldet sich der E-Motor mit dezentem Heulton, um sofort nach Erreichen des Wunschtempos stumm zu werden. Nur noch Wind- und Abrollgeräusche bleiben vernehmbar.

Die Bedienung des Stromers ist gut gelöst. Allerdings ist die Getriebe-Steuerung über vier Tasten (P-D-R-N) gewöhnungsbedürftig. Über der Mittelkonsole ist blickgünstig der Acht-Zoll-Monitor für Audioanlage und Navigation platziert. Für angenehme Temperaturen an Bord sorgt eine Klimaautomatik, unterstützt durch Lenkrad- und Sitzheizung vorn sowie eine Wärmepumpe. Sogar eine Sitzkühlung ist erhältlich. Auch ein gut aufgestelltes Assistenten-Team (Abstandsregeltempomat, Spurhalte-, Brems- und Aufmerksamkeits-Assi) fährt hier schon mit - inklusive Rückfahrkamera.

Vorn sitzt man bequem auf ordentlichem Gestühl und mit gutem Ausblick über die kurze Haube. Der Fond hingegen ist eine enge Zeile. Die zweite Reihe dient eher als Erweiterung des knappen Kofferraums (332 Liter). Den Mangel an Stauraum verursacht vor allem der Hochleistungsakku im Untergeschoss. Allerdings ist auch der "normale" Kona mit 361 Liter Gepäckraum nicht gerade ein Laderiese.

Im Innenraum dominieren digitale Instrumente und ein frei stehender 8-Zoll-Monitor der Fahrerinformation, das DAB-Radio sowie das Navi-System, Bluetooth und Smartphone-Anbindung anzeigt. Üppig ausgestattet ist die Armaturenlandschaft mit diversen Schalter und Tasten. Das Elektro-SUV gibt es in zwei Leistungsstufen. Die schwächere Variante mit 136 PS hat eine 39,2 kWh große Batterie an Bord, die eine Reichweite von 289 Kilometern nach WLTP ermöglicht.


Daten: Hyundai Kona electro

Motor: Elektro-Synchronmotor, 150 kW Drehmoment 395 Nm

Batterie: Lithium-Ionen-Akku, 65 kW/h

CO2: 0 g/km

Antrieb: Automatikgetriebe, Vorderradantrieb

Spitze: 167 km/h

Testverbrauch: 11,5 - 14,6 kWh/100 km

Reichweite (nach WLTP): 449 km

Kofferraum: 332 - 1,114 Liter

Preis: ab 38.190,- € (0 % NOVA)