Mehr Punch und Reichweite

04.04.2020

Nissan Leaf e+

Mit über 400.000 Stück seit 2010 ist der Nissan Leaf das meistverkaufte Elektroauto der Welt. Nun spendierten die Japaner dem Leaf mehr Ausstattung, mehr Power und mehr Reichweite. Für das Plus an Reichweite sorgt eine stärkere 62-kWh-Batterie. Gegenüber der Version mit 40-kWh-Batterie versprechen die Japaner rund 40 Prozent mehr Reichweite. 160 kW (bisher 110 kW) und 340 Newtonmeter (bisher 320 Nm) Drehmoment leistet der E-Motor jetzt in dieser Version. Überholmanöver auf der Landstraße sind da eine leichte Übung.

Das verspielt-futuristische Design des Vorgängers gehört der Vergangenheit an, die Neuauflage wirkt um einiges kantiger. An der Front fallen der V-förmige Kühlergrill und die horizontal liegenden Scheinwerfer auf, anders als beim Vorgänger reichen die Leuchten nicht mehr in die Fronthaube hinein. Der Ladeanschluss ist wie gehabt unter einer Klappe in der Schnauze versteckt. Am Heck finden sich kompakt gestaltete Leuchteinheiten auf Höhe der Fahrzeug-Taille, die sich in die Flanken hineinziehen.

Größenmäßig hat der Leaf nur geringfügig zugelegt. Er kommt jetzt auf4,49 Meter Länge, wirkt aber um einiges größer als der Vorgänger. Der Radstand bleibt mit 2,70 Metern unverändert. Das zweigeteilte Kombiinstrument des Vorgängers gehört der Vergangenheit an, jetzt gibt es eine klassische Einheit aus analogem Tacho und Bildschirm. Dafür bekam das Lenkrad einen sportlichen Touch und ist mit Griffmulden versehen.

Die Reichweite ist gut, in unserem Test lag der Stromverbrauch zwischen 12 kWh - wenn wir mit 80 km/h hinter einem LKW geblieben sind - und 28,8 kWh auf 100 km bei sportlicher Fahrweise. Daraus ergibt sich eine Reichweite von mindestens 200 bis maximal 480 Kilometer. Über den gesamten Testzeitraum betrug unser Verbrauch 19 kWh/ 100 km, die Reichweite folglich fast 300 km.

Das neue Infotainmentsystem gibt im Navi-Modus auch Auskunft über Ladestationen. Smartphones lassen sich über Apple CarPlay und Android Auto anbinden. Unter dem Touchscreen befindet sich die Bedienung der Klimaanlage.

Die beiden großen Neuerungen im Nissan Leaf heißen "ProPilot" und "e-Pedal". Das e-Pedal wird über einen Schalter in der Mittelkonsole betätigen und damit wird die Bremse sozusagen überflüssig. Sobald man den Fuß vom Gaspedal nimmt, wird der Leaf wie von Geisterhand eingebremst, das geht sogar bis zum Stillstand. Damit will Nissan nicht das Bremspedal einsparen, sondern das Rekuperieren verbessern.

Die zweite große Neuheit im neuen Leaf hört auf den Namen ProPilot. Wird der Assistent ab 30 km/h mit einem blauen Knopf am Lenkrad eingeschaltet, schwimmt das Auto teilautonom im Verkehr mit. Es hält also die Spur, bremst und beschleunigt selbstständig. Das System ist vor allem für den Stadtverkehr oder für Autobahnfahrten gedacht.

Der Leaf überrascht mit einer weiteren ProPilot-Funktion: Er kann selbstständig einparken. Einfach neben der Parklücke stehen bleiben, den Knopf in der Mittelkonsole betätigen und auswählen, ob das Auto vorwärts, rückwärts oder seitlich abgestellt werden soll. Dann den Knopf gedrückt halten, und der Nissan parkt selbst ein und zieht auch noch vorbildlich die Feststellbremse fest.

Die Ladezeitbeträgt nun mit der größeren Batterie allerdings an der Haushaltssteckdose bis zu 16 Stunden. Acht Stunden sind es an einer 22-kW-Ladestation, an einem Schnelllader sind die Akkus in 40 Minuten zu 80 Prozent aufgefüllt.

Wie bisher beherrscht auch der neue Leaf die Vehicle-to-Grid-Technik (V2G): Das Auto kann die gespeicherte Energie also auch wieder an das Stromnetz abgeben und damit zum Beispiel Netzschwankungen ausgleichen. Fazit: Das Plus lohnt sich! Der Leaf gewinnt an Power und Reichweite, lässt sich leicht bedienen und fährt angenehm.


Daten: Nissan Leaf e+

Motor: Permanent Magnet Synchron-Elektromotor, 160 kW (217 PS),

340 Nm max. Drehmoment

CO2: 0 g/km

Antrieb: Vorderradantrieb, stufenloses Automatikgetriebe

Spitze: 157 km/h

Verbrauch: 19 kW/h/100 km

Preis: 44.700,- € (0 % NOVA) inkl. Batterie