Mehr Leistung aber weniger Verbrauch

Test: Nissan Qashqai 1,6 DIG-T

Nissan spendiert dem Qashqai einen neuen 1,3 Liter-Benziner, der in zwei Leistungsstufen, mit 140 und 160 PS, verfügbar ist. Die neuen Benziner ersetzten die ehemaligen Motoren mit 1,2 Litern Hubraum (115 PS) und 1,6-Liter-Hubraum (163 PS) und arbeitet bereits bei Renault in Scénic und Captur sowie auch in der Mercedes A-Klasse. Nissan hat den Turbomotor allerdings zusätzlich überarbeitet: Das Einspritzsystem wurde verbessert, die Form des Brennraums, der Turbolader und die Reibung wurde reduziert.

Wir fuhren mit 160 PS den stärkeren der beiden. Der neue Turbobenziner gibt sich deutlich leiser, auch bei höherem Tempo drängt er sich nicht in den Vordergrund. Bei der Leistungsentfaltung merkt man aber, dass der Motor seine Kraft mit weniger Hubraum erzeugen muss. Die Folge ist ein merklich verzögertes Ansprechverhalten, vor allem bei niedrigen Touren. Hat der Turbo einmal Ladedruck aufgebaut, gibt er seine Leistung allerdings homogen ab.

Da wirkt er dann durchaus sportlich, etwa beim Beschleunigen aus der Kurve heraus. Allerdings wünschten wir uns trotzdem manchmal kürzere Schaltwege und ein knackigeres Sechsganggetriebe.

Mit dem neuen Motor ist der Qashqai auch sparsamer geworden. Nissan gibt beim 160-PS-Turbo durchschnittlichen 5,5 Liter auf 100 Kilometer an. In der Realität steht beim tatsächlichen Verbrauch aber eher eine Sieben vor dem Komma. Immer noch ein guter Wert für diese Leistungsklasse. Allradantrieb ist für die neuen Benziner allerdings nicht vorgesehen. Die 4x4-Technik bleibt weiterhin dem großen Diesel vorbehalten, der ebenfalls erneuert wird.

Schon 2017 haben die Japaner den Qashqai bereits umfangreich aufgefrischt. Außendesign, Innenraum und Fahreigenschaften wurden beim Facelift überarbeitet. Die neue Motorhaube ist flacher. Die Scheinwerfer des SUVs sind schmaler, das Bumerang-förmige Tagfahrlicht ist langgezogener. Die Rückleuchten haben einen 3D-Effekt. Unter der Front sind kleine Finnen angebracht, die die Aerodynamik verbessern sollen.

Unter dem Blech hat Nissan Radaufhängung, Dämpfung und Lenkung des Qashqai überarbeitet. Diese Maßnahmen haben das Handling verbessert und das Fahren gleichzeitig komfortabler gemacht. Zusätzlich setzt Nissan auf das teilautonome Fahren: Seit Frühjahr 2018 lenkt, bremst und beschleunigt der Qashqai im Stau selbst.

Beim Einsteigen fallen sofort die neuen Nappaleder-Sitze mit gesteppten Flächen ins Auge. Die gibt's serienmäßig in der neuen Top-Ausstattung Tekna+. Sieht nicht nur ansprechend aus, sondern fühlt sich auch gut an und ist obendrein praktisch dank Memory-Funktion für die Sitzeinstellung des Fahrers. Zudem bekam das Infotainment eine neue Bedienoberfläche.

Eine wichtige Neuerung im Nissan Qashqai Facelift ist auch das Fahrassistenzpaket, mit dem Nissan bis 2020 vollautonom unterwegs sein will. Die erste Stufe ist der ProPilot 1.0, ein Autobahnassistent, der Spur und Abstand zum Vordermann hält und dabei im Stau eigenständig anhalten kann. Den Abstand zum vorausfahrenden Fahrzeug hält der Nissan tadellos und auch der Spur bleibt er in der Regel treu.

Außerdem bietet Nissan für den Qashqai Verkehrszeichenerkennung, Müdigkeitswarner, Einpark-Assistent, 360-Grad-Ansicht, Totwinkel- und Spurhalte-Assistent an. Ab der Ausstattung Tekna ist zudem adaptives Licht Serie. In der Preisliste ist der Nissan Qashqai 1,6 mit 160 PS ab 27.960,- €

Nissan Qashqai 1.3 DIG-T

Motor: 1.332 ccm Vierzylinder-Turbobenziner, 160 PS bei 5500 U/min  

             max. Drehmoment: 260 Nm bei 2.000 bis 3.500 U/min

CO2: 121 g/km

Spitze: 200 km/h

Verbrauch: 7,1 - 7,6 l Superbenzin/100 km

Preis: ab 27.960,- € inkl. 6 % Nova