Ein SUV mit „Verwöhnaroma“

Ssangyong Korando 1,5 TDGI 4WD

Die breite Masse greift zu VW, Opel, Ford, Hyundai und Co. in der Annahme, dort mehr Verwöhnaroma vorzufinden. Doch wie wäre es mal mit einem SsangYong. Seit 1954 existiert das südkoreanische Unternehmen, seit 2011 gehört es zum indischen Mahindra-Konzern. Im deutschsprachigen Raum gelten die Fahrzeuge aber noch als Geheimtipps.

Denn die Koreaner bieten auch die bei uns ach so beliebten SUV´s an. Beispielsweise mit dem neuen Korando, der deutlich schärfer als sein Vorgänger aussieht. Dafür sorgt eine Optik mit Kanten und auffälligen Blechfalzen im seitlichen Profil. Quer über das Heck spannt sich eine verchromte Leiste. An der Frontpartie wird die Verwandtschaft zum kleineren Tivoli deutlich.

Mit einer Länge von 4,45 Meter bewegt sich der neue Korando in einer Liga mit dem Hyundai Tucson oder dem VW Tiguan. 1,87 Meter beträgt die Breite, die Höhe wurde leicht auf 1,62 Meter reduziert. Im Gegenzug wuchs der Radstand auf 2,68 Meter.

Unter der Motorhaube des Testwagens arbeitet der 1.5 T-GDI, ein Turbobenziner mit 163 PS und 280 Newtonmeter Drehmoment. Der Vierzylinder-Turbo passt ebenso gut zu dem 1,7 TonnenschwerenKorando wie die, von uns gefahrene, Sechsgang-Getriebeautomatik. Gut hat mir auch die ausgewogene Lenkung gefallen, sie passt zum harmonischen Cruising-Charakter des Korando. Der Verbrauch pendelte sich zwischen 8 und 9 Liter Superbenzin auf 100 Kilometer ein. Warum die Start-Stopp-Automatik nur beim 2WD verfügbar ist, bleibt allerdings rätselhaft.

Beim Fahrverhalten bleibt SsangYong seiner Linie treu. Die generelle Abstimmung ist komfortabel, allerdings rollt der Korando etwas hölzern ab und gibt den Zustand schlechter Straßen an die Passagiere weiter. Bedingt durch den langen Radstand werden Kanaldeckel und ähnliche Unebenheiten aber nicht zum krassen Komfortproblem.

Innen punktet der SsangYong mit einem sehr guten Platzangebot für alle Insassen, im Fond können die Lehnen in der Neigung verstellt werden. 551 Liter Kofferraumvolumen im Normalzustand sind durchaus klassenüblich. Bei umgelegter Rückbank wird das Volumen auf 1.248 Liter Vergrößert.

Der Innenraum hat im Vergleich zum Vorgänger nicht nur an Platz, sondern auch an Aufenthaltswert gewonnen. Grundsätzlich ist das Cockpit ansehnlich eingerichtet, mittig glänzt ein Infotainmentsystem mit einem 9,2 Zoll-Bildschirm. Bemerkenswert ist die Vielzahl an Assistenzsystemen, die der Korando bereits in der Basis mitbringt: Hervorzuheben sind dabei die Verkehrszeichenerkennung, der Spurhalteassistent und der Fernlichtassistent. Auch Apple CarPlay oder Android Auto gibt's im Koreaner.

Moderner denn je präsentiert sich dabei das Armaturenbrett, denn hier blicken Fahrer und Insassen auf animierteInstrumente und einen groß dimensionierten Multifunktionsbildschirm. Tempo, Drehzahl und alle wichtigen Fahrinformationen werden auf einem 10,25 Zoll großen Display hinter dem Lenkrad dargestellt. Das Gestühl ist bequem und auf Wunsch auch beheizt und belüftet.

Echte Geländeambitionen sollte man trotz Allradantrieb mit Lock-Funktion nicht haben, wie ein Blick ins Datenblatt zeigt: 180 Millimeter Bodenfreiheit, 18 Grad Böschungswinkel vorne und 24,5 Grad hinten sind nicht gerade bewegend in der Geländewelt. Die zuschaltbare 4WD-Lösung ist also eher im Sinne von besserer Traktion oder fürs Zugfahrzeug zu verstehen.

Der Einstiegpreis für den Benziner liegt bei 26.190,- €. Ordert man ihn mit Topausstattung, Automatik und Allradantrieb muss man dann schon mit 38.690,- € kalkulieren.


Ssangyong Korando 1,5 TDGI 4WD

Motor: 4-Zylinder-Turbo-Benziner, 1.497 cm3, 120 kW/ 163 PS, 280 Nm bei 1.500 U/min
Getriebe: 6-Gang-Automatik

CO2: 198 g/km

Antrieb: Vorderrad, zuschaltbarer Allrad, Untersetzungsgetriebe

Höchstgeschwindigkeit: 191 km/h

Verbrauch: 6,1 - 7,2 l Eurosuper/100 km

Preis: ab 15.890 Euro inkl. Abgabenab 33.690,- € (17 % NOVA) inkl. Abgaben